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Ausbildung Ergotherapie: Mit ADL-Boards neue Wege im Alltag finden

04.02.2020 Wenn durch Krankheit oder im Alter plötzlich die Fähigkeit, ganz gewöhnliche Aktivitäten des täglichen Lebens selbständig auszuführen, verloren geht, hat das drastische Auswirkungen für die betroffenen Menschen: Sie verlieren ihre Unabhängigkeit und können im Grunde genommen kein selbständiges Leben mehr führen. Hier können Ergotherapeut*innen helfen.


Ergotherapeut*innen unterstützen und begleiten Menschen dabei, ihre Handlungsfähigkeit im Alltag zu fördern, und suchen mit ihren Klient*innen zusammen alternative Wege, die - mit Spaß - zum Ziel führen.

Zu den ergotherapeutischen Medien und Hilfsmitteln, die hierfür eingesetzt werden, gehören die "ADL-Boards". ADL ist die Abkürzung für "Activities of Daily Living", also "Aktivitäten des täglichen Lebens". So werden in der Therapie sich wiederholende Tätigkeiten im Alltag bezeichnet, wie beispielsweise Haare kämmen, Schuhe zubinden, Flaschen öffnen und viele alltägliche Verrichtungen und Handgriffe mehr. 

Die Schüler*innen der IB Medizinischen Akademie Schule für Ergotherapie Stuttgart setzten sich unter Anleitung ihrer Dozentin Wiebke Meyer mit dem Thema Activities of Daily Living auseinander und damit, wie sich verloren gegangene Handlungsfähigkeit üben lässt beziehungsweise wie mit etwas Kreativität alternative und kostengünstige Lösungswege gefunden werden können. Die Klient*innen sollen mit Freude alltagswichtige Fähigkeiten auch im häuslichen Umfeld kontinuierlich und selbständig trainieren. Dies ist für schnelle Therapieerfolge und für den mentalen Zustand der Klient*innen von großer Bedeutung. 

ADL-Boards sind wichtige Medien, um zu üben und neue Wege zu finden.Man kann diese Boards zwar fertig kaufen, aber selbstgebaute ADL-Boards haben den Vorteil, dass sie individuell angepasst werden können auf das Krankheitsbild und die Therapieerfordernisse des*der jeweiligen Klient*in. Und außerdem macht es den angehenden Therapeut*innen Spaß, kreativ tätig zu werden und dabei das Thema Activities of Daily Living zu reflektieren.

ADL-Boards können eine Vielzahl von täglichen Aktivitäten beinhalten, aber sie können auch monothematisch aufgebaut sein, wie beispielsweise ein Board mit dem sich das Aufschrauben von Flaschen, Gläsern und diversen Behältern trainieren lässt. Damit haben nämlich viele alte Menschen Schwierigkeiten.

Wiebke Meyer freut sich über die Liebe zum Detail, die sich zeigt in den Boards, welche ihre Schüler*innen gebaut haben. Sie betont: "Wir haben uns in der Klasse intensiv mit dem Thema Activities of Daily Living auseinandergesetzt. Aber bei aller Liebe zur Kreativität ist es in erster Linie wichtig, dass die Schüler*innen das Thema und die Krankheitsbilder, die damit behandelt werden können, verstanden haben. Mit einem selbstgebauten Board besteht die Möglichkeit, dass der*die Klient*in, das Board mit nach Hause nimmt und sich in der vertrauten Umgebung damit auseinandersetzt. So kommt es am ehesten zu Fortschritten und Erfolgserlebnissen."