Ergotherapieschulen in Baden-Württemberg fordern Gleichbehandlung innerhalb der Ausbildungsfinanzierung der Therapieberufe

09.05.2019 KARLSBAD: Ergotherapieschulen fordern die Anhebung der Landesförderung auf das Niveau der Physiotherapie- und Logopädieschulen, um dem Fachkräftemangel auch in der Ergotherapie entgegenzuwirken.

KARLSBAD: Ergotherapieschulen fordern die Anhebung der Landesförderung auf das Niveau der Physiotherapie- und Logopädieschulen, um dem Fachkräftemangel auch in der Ergotherapie entgegenzuwirken. Vertreter und Vertreterinnen baden-württembergischer Ergotherapieschulen sowie des Deutschen Verbandes der Ergotherapie (DVE) und des Verbandes Deutscher Ergotherapieschulen (VDES) kamen am 15.04.2019 in der SRH Fachschule für Ergotherapie in Karlsbad-Langensteinbach zusammen, um die Ungleichheit der finanziellen Förderung in der schulischen Ausbildung zwischen Ergotherapie, Physiotherapie und Logopädie in Baden-Württemberg zu thematisieren. Es wurden daraus resultierende Risiken für die Ausbildung von ErgotherapeutInnen wie auch für die Sicherung der Gesundheitsversorgung im Bundesland diskutiert.

Anlass des Treffens war die seit Sommer 2017 geltende Änderung des baden-württembergischen Privatschulgesetzes. Mit deren Umsetzung zum 01.08.18 haben die privaten Schulen für Physiotherapie und Logopädie das durchschnittliche, monatliche Schulgeld auf den Maximalbetrag von 160 € gesenkt. Als Ausgleich wurde für diese Ersatzschulen die Landesfinanzierung angepasst und erhöht. Die Ergotherapieschulen haben den Status als Ergänzungsschulen und sind somit von diesen Änderungen ausgeschlossen. Hieraus ergibt sich für die Ergotherapieausbildung eine hohe Diskrepanz in der Landesfinanzierung im Vergleich zu den anderen Heilmittelberufen Physiotherapie und Logopädie und infolgedessen auch in der Höhe der Schulgelder.

Wolfgang Dittmann, Geschäftsführer der IB Medizinischen Akademie, einer der größten privaten Anbieter von Ergotherapieschulen in Deutschland, betont: „Die momentan geltende Regelung wird den ohnehin schon bestehenden Fachkräftemangel in der Ergotherapie in Baden-Württemberg dramatisch verschärfen. Der staatliche Grundzuschuss deckt die Kosten der Ausbildung nicht ansatzweise ab. Ausbildungsinteressenten werden in andere Berufe oder auch in andere Bundesländer mit Schulgeldfreiheit abwandern.“

Somit arbeitet das Land genau entgegen den bundesweiten Bestrebungen, die ergotherapeutische Versorgung in Deutschland zu sichern. Daher wurde ein einheitliches Vorgehen beschlossen. Ziel ist die im Koalitionsvertrag vereinbarte Schulgeldfreiheit für alle Therapieberufe. Als wichtigen ersten Schritt dahin muss eine sofortige Anhebung des Fördersatzes der Ergotherapieschulen umgesetzt werden, um die Wettbewerbsgleichheit innerhalb der Therapieberufe zu erreichen und dadurch den negativen Folgen entgegen zu wirken.