Baden-Württembergs Ergotherapeutinnen * Ergotherapeuten demonstrierten für Ausbildungskostenfreiheit

05.07.2019 Am 04. Juli 2019 demonstrierten rund 650 Ergotherapeutinnen * Ergotherapeuten aus ganz Baden-Württemberg in Stuttgart für Ausbildungskostenfreiheit und die Gleichstellung aller Therapieberufe. Auf der anschließenden Kundgebung forderten Rednerinnen * Redner der Verbände und aus der Politik, die Benachteiligung der Ergotherapieschulen zu beenden.

Der baden-württembergische Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) räumte in seiner Rede auf der anschließenden Kundgebung ein, dass die Forderungen der Demonstrierenden im Grundsatz richtig seien. Allerdings sei eine Umsetzung kurzfristig nicht finanzierbar, sondern erst in den nächsten Jahren machbar. Zur Überbrückung stellte er eine Entlastung in Aussicht. 

Grund für die Ungleichbehandlung ist die Umsetzung der seit Mitte 2017 geltenden Änderung des baden-württembergischen Privatschulgesetzes: Damit wurden private Schulen für Physiotherapie und Logopädie dazu verpflichtet, das Schulgeld auf 160.- Euro monatlich zu senken. Als Ausgleich wurde für diese Schulen, die den Status als Ersatzschulen haben, die Landesfinanzierung erhöht. Da die Ergotherapieschulen allerdings den Status als Ergänzungsschulen haben, sind sie von diesen Änderungen ausgeschlossen und erhalten deutlich weniger Landeszuschüsse als die Schulen für Physiotherapie und Logopädie.

Es zeichnet sich ein eklatanter Fachkräftemangel im Bereich der Ergotherapie in Baden-Württemberg ab: Bereits jetzt ist eine Abwanderung von Ausbildungsinteressenten in andere Berufe und in andere Bundesländer, in denen die Ergotherapieausbildung stärker bezuschusst wird, zu verzeichnen. Dieser Herausforderung muss sich die Landespolitik stellen und möglichst schnell die Wettbewerbsgleichheit innerhalb der Therapieberufe herstellen.